Direkte Demokratie

 

Die beiden Wortbedeutungen

Unter der Bezeichnung „Direkte Demokratie“ verbergen sich zwei begriffliche Bedeutungen. Die eine bezieht sich auf die Form der Gesellschaftsorganisation, die andere auf politische Entscheidungsverfahren. Bei der ersteren geht es darum, dass die Macht direkt vom Volk ausgeübt wird.

Das Gegenstück dazu bildet die indirekte Demokratie, zu der auch die repräsentative gehört. Die zweite Bedeutung versteht unter direkter Demokratie eben die genannten politischen Entscheidungsverfahren, bei denen sich die Bevölkerung sehr stark beteiligt. Letzteres kann auch in Systemen mit einer repräsentativen Demokratie vorkommen.

Außerdem kann man etwas weiter gefasst auch bei Formen der Bürgerbeteiligung wie Informations- und Akteneinsichtsrechten von direkter Demokratie sprechen.

Direkte Demokratie als Ausgangspunkt

Man kann die direkte Demokratie ruhig als Urform aller Demokratien verstehen. Praktiziert wurde sie vorwiegend nicht in Flächenstaaten, sondern in kleinen Gemeinwesen wie zum Beispiel in der antiken Griechischen Polis (Stadtstaaten wie Athen).

Alle Stimmberechtigten (nur männliche Vollbürger ab 20 Jahren) trafen sich hier, wenn es um eine Entscheidungsfindung ging, und daraus wird auch ersichtlich, warum sich der Anwendungsbereich auf kleinere Gemeinwesen begrenzte. Ab einer gewissen Bevölkerungs- oder Stimmberechtigtenanzahl ist es logistisch kaum möglich, alle Beteiligten zu versammeln.

Der Vorteil der direkten Demokratie liegt darin, dass die Bürger einen viel differenzierten und feineren Einfluss auf die Geschehnisse in der Politik nehmen konnten als dies mit Wahlen möglich wäre. Die Bürger stimmen über jede zu treffende Entscheidung direkt ab und gestalten so ihre Politik tatsächlich vollkommen selbst.

Die direkte Demokratie ist daher auch die reinste Form der Demokratie, deren Grundprinzip darauf fußt, dass alle Gewalt vom Volke, das der eigentliche Souverän ist, ausgehen soll.